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UKRAINE: Energiewirtschaft – wichtigster Investitionssektor
Mineralöl
Im Vergleich zu den meisten anderen Industrieländern ist der jährliche Mineralölverbrauch mit knapp 20 Mio. tons niedrig. Dieses liegt an der Dominanz des Erdgases auf dem Energiemarkt. Nahezu 90 % des in sechs ukrainischen Raffinerien verarbeiteten Erdöls stammen aus dem benachbarten Russland. Eine Verringerung des Importes durch eine Ausweitung der landeseigenen Ressourcen dürfte in Folge weitgehend erschöpfter Quellen nicht möglich sein. Vier der sechs Raffinerien gehören russischen Eignern; sie kontrollieren rund 85 % der ukrainischen Inlandsproduktion. Trotz stark angestiegener Benzin- und Dieselpreise in den beiden vergangenen Jahren liegt der Literpreis mit umgerechnet ca. 93 Cent noch unter den Werten in den EU-Staaten.
Erdgas
Nach der „Gaskrise“ vom Januar 2006, spätestens aber seit dem Beginn der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise stellt der Energiesektor den Schwerpunkt der ukrainischen Wirtschaftspolitik dar.
Das Land ist extrem von ausländischen Energierohstoffimporten abhängig. Die Hauptlieferländer bilden dabei Russland, Kasachstan und Turkmenistan. Seit 2006 sind die Bezugspreise drastisch angestiegen und haben mittlerweile nahezu Weltmarktniveau erreicht. Kosteten je 1.000 cbm Erdgas 2005 noch 50 $, so lagen sie 2006 bei 95 $, 2007 bei 135 $ um 2008 auf 180 $ anzusteigen. Für das Jahr 2009 wird ein Gaspreis von umgerechnet rund 255 $ pro 1.000 cbm erwartet. Russland benutzt die ukrainische Energierohstoffabhängigkeit, vor allem seit der „orangenen Revolution“ von Ende 2004, als politisches Druckmittel. Demnach schwebt der von Russland angestrebte Preis von über 350 $ je 1.000 cbm wie ein Damoklesschwert über der Ukraine.
Die Gas-Eigenförderung betrug in 2007 rund 20,6 Mrd. cbm, was einem Anteil von 25 % des Gesamtverbrauches entspricht. Eine Ausweitung der inländischen Gasproduktion ist u.a. wegen erschöpfter Quellen in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.
Kohle
Die Ukraine gilt mit Reserven von rund 56 Mrd. tons als eines der steinkohlereichsten Länder der Erde. Jedoch ist die Qualität der Kohle wegen ihres hohen Schwefelgehaltes niedrig; die Gruben sind schwer zugänglich und zumeist in einem technisch sehr schlechten Zustand. Neben den chinesischen gelten die ukrainischen Steinkohlegruben als die unsichersten der Erde. Seit der Unabhängigkeit der Ukraine in 1991 sank die jährliche Fördermenge von rund 200 Mio. tons auf 80,2 Mio. tons im Jahr 2006. Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Zahl der Bergwerke von 282 auf 167. Von den verbliebenen Kohlegruben gelten jedoch höchsten die Hälfte als profitabel produzierend.
Kernenergie
Die Ukraine verfügt derzeit über vier Kernkraftwerke mit insgesamt 15 Blöcken. Die Jahreskapazität dieser Kraftwerke liegt bei ungefähr 13,8 Mio. kW, dieses entspricht einem Anteil von knapp 50 % der Gesamtstromproduktion des Landes. Der Nutzungsgrad mit ungefähr 77 % liegt zwar bedeutend höher als der von ukrainischen Wärmekraftwerken (nur 35 – 60 %) , er liegt jedoch deutlich unter den Werten westlicher Kraftwerke.
Der Kernenergie kommt auch künftig eine große Bedeutung in der Energieerzeugung zu. Bis zum Jahre 2030 wird von einer Verdoppelung des ukrainischen Strombedarfes ausgegangen. Da der Anteil der Kernenergie seinen jetzigen Anteil beibehalten soll, würde das eine Erhöhung der Kernkraftwerks-Kapazität auf rund 30 Mio. kW bedeuten. Dementsprechend müssten bestehende Anlagen entweder deutlich ausgebaut oder neue Kernkraftwerke erstellt werden. Eine Wiederaufbereitung, Zwischen- und Endlagerung der Brennstäbe ist bislang nicht sichergestellt.
Erneuerbare Energien
Die Wasserkraftwerke des Landes decken rund 10 % des Energiebedarfes ab. Sie werden vornehmlich zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen eingesetzt. Die großen Kraftwerke am Dnipro (Dnjepr) dienen neben der Energieerzeugung auch der Bereitstellung von Wasser für die Industrie und Landwirtschaft. Aber auch hier besteht ein dringender Sanierungsbedarf an nahezu allen großen und kleinen Wasserkraftwerken.
Die Nutzung der Windenergie steckt noch in den Kinderschuhen. 2002 und 2003 wurden in der westukrainischen Karpatenregion und auf der Krim einige Pilotanlagen installiert. Bei der Energieversorgung des Landes spielen sie bislang jedoch nur eine marginale Rolle. Gleiches gilt für die Photovoltaik, wo sich die sonnenreichen Gebiete im Süden und Osten der Ukraine als Einsatzregionen anbieten.
Das Potential der Ukraine für eine Produktion von Biomasse ist bei ungefähr 33 Mio. ha an landwirtschaftlicher Nutzfläche sehr hoch; sie spielt in der ukrainischen Energiebilanz bislang jedoch keine Rolle. Auch die energetische Nutzung von Alt- und Restholz erfolgt bislang kaum.
In Folge der drastisch angestiegenen Bezugspreise für Energierohstoffe kommt dem Sektor der erneuerbaren Energien seitens der ukrainischen Regierung künftig jedoch große Bedeutung zu.
Absatzmöglichkeiten für deutsche Unternehmen
Für Hersteller von Sanierungs- und Modernisierungstechnik für alle Bereiche der Energieerzeugung bieten sich trotz – oder gerade wegen der Wirtschaftskrise gute Absatzmöglichkeiten. Gleichfalls gut sind die Aussichten für Hersteller von Systemen aller Arten regenativer Energieerzeugung. Des Weiteren bieten sich beste Absatzchancen für deutsche Unternehmen, welche Energieeinsparsysteme produzieren.
Hier bieten sich jetzt und künftig auch gute Geschäftsmöglichkeiten für kleinere und mittlere Unternehmen aus Deutschland, ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem ukrainischen Markt abzusetzen bzw. zu günstigen Bedingungen zu beziehen. Interessante Ukrainische Exportartikel sind Holz-, Metall- und Textilprodukte. Durch eine gute und gewissenhafte Vorbereitung und Umsetzung solcherart Geschäfte kann das Risiko dabei auch weitestgehend minimiert werden.
Die Ökonomen, Juristen, Ingenieure und Auditoren der Sozität OSTCONSULT mit vieljährigen Kenntnissen und Erfahrungen der Gepflogenheiten des ukrainischen Marktes, vertraut mit der ukrainischen Mentalität und über die notwendigen Verbindungen zu Entscheidungsträgern aus Politik und Administrationen verfügend, stehen Ihnen dabei zur Verfügung.
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Detailinformationen über die Chancen und Risiken auf den ukrainischen Märkten in Zeiten der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise
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